Sehr geehrter Herr Sampel,

ich bedanke mich für die Gelegenheit, Ihr Unternehmen besser kennenlernen zu dürfen. Die Eindrücke, die ich dabei gewonnen habe, sind für mich von großem Wert und haben meine Entscheidung zu meiner weiteren beruflichen Zukunft beeinflusst.

Um es vorweg zu nehmen: ich bin derzeit nicht mehr an weiteren Gesprächen mit Ihrem Hause interessiert und stehe für die ausgeschriebene Aufgabe als Junior-Projektmanager nicht zu Verfügung.

Gerne begründe ich diese Entscheidung, da ich mir vorstellen kann, dass andere Bewerber vergleichbare Erfahrungen machen könnten:

Von der ersten Kontaktaufnahme mit Ihnen hat man mich im Unklaren darüber gelassen, wie Ihr Rekruitingprozess strukturiert ist. Wie lange ich wohl auf eine Antwort warten müsste, ob es ein mehrstufiges Auswahlverfahren und/oder ein Assessment geben würde und wer dabei wohl meine Gesprächspartner sein würden, war für mich leider nicht ersichtlich. Um so überraschter war ich, dass ich erst nach 4 Wochen ein erstes Feedback gab, die förmliche Einladung war für mich schmeichelhaft, ein vorheriges Telefonat mit einem sachkundigen Mitarbeiter Ihres Hauses wäre mir jedoch lieber gewesen, dass hätte Ihnen und mir viel Zeit und Aufwand erspart.

Die Gründe für die Ablehnung dieses Jobangebotes lagen jedoch bei den qualitativen Rahmenbedungen und der unklaren Perspektive, die Ihr Unternehmen einem offenbar aussichtsreichen Kandidaten wie mir anbieten kann. Die Informationen zum Training-on-the-Job, die für mich doch etwas starren Arbeitszeitregelungen, die unklaren Aussichten auf mögliche Karriereentwicklungen und nicht zuletzt die wohl etwas hierarchische Kultur haben mich abgeschreckt. Wie ich Ihnen im Erstgespräch mitgeteilt habe, sind für mich die Möglichkeit, weitere neue Erfahrungen zu machen, die Mitarbeit in unterschiedlichen Projekten, die abteilungsübergreifende Vernetzung mit Kollegen sowie ein erkennbarer Karrierepfad wichtige Voraussetzungen. In wesentlichen Punkten deckte sich Ihr Angebot leider nicht mit meinen Vorstellungen von einem fortschrittlichen, talentorientierten und innovativen Unternehmen, aus diesem Grunde muss ich leider absagen.

Ich werde mir erlauben, ihr Unternehmen weiter auf meiner Wunschliste zu führen, da das Marktumfeld, Ihre Produkte und deren Marktfähigkeit mich weiter interessieren. Eventuell würde ich mich zu einem späteren Zeitpunkt gerne noch einmal melden, vielleicht ergeben sich bis dahin ja andere Einstiegsvoraussetzungen

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Mustermann

Bald mehr zu diesem Thema…

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Sind Sie in einer beruflichen Situation, in der eine Veränderung ansteht? Ein Personalberater oder Coach ist in so einem Moment für viele der rettende Anker. Um Ihre Erfolgsaussichten zu optimieren, können Sie es zunächst einmal mit diesen acht Schritten aus der Beraterpraxis versuchen. Sie können Ihnen bei einer Neu- oder Umorientierung helfen und damit Ihre beruflichen Erfolgschancen erheblich steigern.

Dabei müssen die Schritte nicht zwingend sequentiell durchlaufen werden; Sie können sie teilweise auch parallel in einer pragmatischen und zielführenden Reihenfolge abarbeiten:

Schritt 1: Situationsanalyse

Hinterfragen Sie detailliert Ihre individuelle Situation (Biographie). Es geht um eine Reflexion Ihres persönlichen und wirtschaftlichen Umfeldes. Soweit angebracht und erforderlich, sollten Sie auch erlittene „Verletzungen“ (zum Beispiel durch den Verlust des Arbeitsplatzes) thematisieren und aufarbeiten.

Schritt 2: Standortbestimmung

Während im ersten Schritt Ihre Person als Ganzes im Fokus stand, wird nun die berufliche Situation untersucht. Dazu gehören zum Beispiel der Status der Trennung vom Arbeitgeber oder bereits laufende Bewerbungen. Betrachten Sie alle wesentlichen Aspekte, die für eine erfolgreiche berufliche Weiterentwicklung von Bedeutung sein können. Halten Sie Ihre Fähigkeiten, Neigungen, Leidenschaften und ähnliches fest.

Schritt 3: Potenzialanalyse

Wichtig ist es, zu wissen, welche Kompetenzen sowie welche persönlichen Eigenschaften für die Zukunft Sie in die Waagschale legen können. Erinnern Sie sich an Erfolgsgeschichten, und überlegen Sie, wie Sie sich selbst wahrnehmen und wie Sie von anderen wahrgenommen werden. Hierbei geht es vor allem darum, sich bewusst zu werden, welche Erfahrungen und Kenntnisse bei der anstehenden beruflichen Weiterentwicklung zum Tragen kommen sollen.

Schritt 4: Ziel- und Perspektivendefinition

Waren in den vorangehenden Schritten die Überlegungen stärker auf die Vergangenheit und Gegenwart gerichtet, liegt das Augenmerk nun auf der Zukunft. Welche Perspektiven eröffnen sich auf Grund Ihrer vorhandenen Kompetenzen? Definieren Sie eine Zielrichtung und umreißen Sie Ihr künftiges Betätigungsfeld. Dazu gehören konkrete Fragen wie: Will ich die gleiche oder eine andere Tätigkeit ausüben? Will ich in der gleichen Branche bleiben? Bleibe ich in meiner Region? Kann ich mir eine Selbständigkeit vorstellen? Welche Kriterien sind für meine Entwicklung von Bedeutung? Auf diese Weise können Sie den möglichen Beschäftigungsrahmen abstecken, und Alternativen priorisieren.

Schritt 5: Optimierung der Bewerbungsunterlagen

Aussagekräftige Unterlagen betrachten drei Zeiträume:

Vergangenheit: Diese wird im Lebenslauf dokumentiert. Legen Sie neben Standardthemen wie persönlichen Daten und beruflichen Tätigkeiten auch ein Augenmerk auf Ihre besonderen Erfolge und erzielte Ergebnisse.

Gegenwart: Erstellen Sie ein Qualifikationsprofil, dass Ihre Erfahrungen, spezifischen Kenntnisse, sozialen Kompetenzen und –optional – beruflich relevante Interessen und Hobbies aufführt.

Zukunft: Erarbeiten Sie ein zielgerichtetes Anschreiben, aus dem neben Ihrer persönlichen Motivation für die Bewerbung auch hervorgeht, welchen Mehrwert Sie dem angeschriebenen Unternehmen mit Ihrem Qualifikationsprofil bieten können.

Schritt 6: Stellenrecherche / Bewerbungskampagne

Sensibilisieren Sie Ihr persönliches Netzwerk. Erstellen beziehungsweise aktualisieren Sie Profile in beruflichen Online-Netzwerken und Jobbörsen und schauen Sie regelmäßig auf Jobportalen nach interessanten Stellen. Ziehen Sie zusätzlich Ihr persönliches Netzwerk, Headhunter / Personalagenturen und eventuell die Agentur für Arbeit heran, und verfolgen Sie Printmedien. Gehen Sie systematisch vor und dokumentieren und bewerten Sie in Frage kommende, offene Stellen (zum Beispiel formale Daten, Gewichtung, Erfolgswahrscheinlichkeit).

Schritt 7: Vorbereitung des Bewerbungsgesprächs

Wie die Erfahrung zeigt, werden Sie in der Folgezeit zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden. Bereiten Sie diese sehr gewissenhaft vor und überlegen Sie sich auch, welche potentiellen kritischen (Fang-)Fragen gestellt werden könnten und wie Sie darauf antworten würden. Wenn Sie mit solchen Fragen ohne Probleme und Ausflüchte umgehen und wahrheitsgemäß und souverän antworten, wirken Sie wie ein echter Profi. Extrem wichtig ist, dass Sie so viel wie möglich über die zu besetzende Stelle in Erfahrung bringen. Sollte dies nicht erschöpfend möglich sein, dann notieren Sie sich Ihre entsprechenden Fragen und stellen Sie sie bei gegebener Gelegenheit während des Bewerbungsgespräche. Dies zeigt, dass Sie sich ernsthaft mit der Stelle auseinandergesetzt haben sowie die nötige Motivation und ein starkes Interesse mitbringen. Ein individuelles Gesprächstraining kann Ihnen zur nötigen Sicherheit verhelfen, um im entscheidenden Augenblick überzeugend aufzutreten.

Schritt 8: Bewerbungsprozess und Probezeit

Behalten Sie im Bewerbungsprozess den Überblick über laufende und geplante Aktionen. Analysieren Sie nach jedem Gespräch positiv beziehungsweise eher negativ wirkende Momente. Somit erschließt sich Ihnen ein Optimierungspotential für kommende Bewerbungen. War Ihre Bewerbung dann erfolgreich, sollten Sie wieder selbstreflektiert in die Vertragsverhandlungen und die anschließende Probezeit gehen. Diese bewährte Vorgehensweise hilft Ihnen, mögliche auflauernde Fallstricke im Vorfeld zu erkennen, um Ihre Probezeit dann erfolgreich zu bestehen.

Sollten Sie das Gefühl haben, dass Sie beim Ausführen dieser acht Schritte Unterstützung benötigen, können Sie sich auch an einen Personalberater oder Coach wenden. Gerade in einer solch kritischen Phase Ihres Lebens kann es durchaus hilfreich sein, eine externe, neutrale Sicht auf Ihre Situation zu erhalten, um den „Motor“ wieder in Gang zu bekommen.

Dieses Tool dient der Identifizierung von Karrieremotivationen mit Bezug auf strategische Karriere-Planung, Mitarbeitermotivation und Teamperformance.

Anwendungsmöglichkeiten und Nutzen von CareerView©

Das Modell kann als Hauptinstrument beim Karrierecoaching verwendet werden,  wo Beratung und Anleitung bei der strategischen Karriereplanung gefragt sind. Außerdem hilft es, das Zusammenspiel von individueller Motivation und Organisationskultur besser zu verstehen. So kann es im Rahmen eines Teambuilding-Prozesses, bei der Teamentwicklung oder beim Outplacement eingesetzt werden.

Als Zusatzinstrument in einem Coaching oder bei Entwicklungsgesprächen kann es eingesetzt werden, um Mitarbeitermotivation im Hinblick auf die Bestimmung von Zielen und die Karriereplanung  zu verstehen. Zudem lässt sich damit zeigen, wie unterschiedliche Belohnungen verschiedene Motivationen verstärken können.

Beschreibung von CareerView©

Wie sieht beruflicher Erfolg aus? Wenn diese Frage in einer Gruppe beantwortet wird, überrascht die Variationsbreite der Antworten. Häufig wird angenommen, dass alle die gleichen Erfolgsbilder haben, weil alle erfolgreich sein möchten.  Genau das ist  der Clou: Erfolgsbilder (und die zugrunde liegende Karriere-Motivationen) sind individuell.

Ein Praxisbeispiel aus dem Karriere-Coaching

Herr P. hat ein Ingenieursstudium absolviert und ist in einem mittelständischen Bauunternehmen angestellt. Er hat jahrelang hart gearbeitet, um tiefreichendes Wissen und Erfahrung auf seinem Gebiet zu erwerben (unterstützt durch weiteres technisches Training) und wurde zum Oberingenieur befördert. Bei seiner täglichen Arbeit liefert Herr P. regelmäßig gute Ergebnisse und hat sich den Ruf erworben, zuverlässig und kooperativ zu sein. Er hilft Kollegen in seinem und anderen Teams, indem er sein Wissen mit ihnen teilt. Deshalb wurde er von seinen Vorgesetzten zum Manager eines eigenen Teams befördert. Eine Beförderung gilt in seiner Firma als Zeichen des Erfolgs.

Doch obwohl Herr P. Freude an der neuen Herausforderung hat, fühlt er sich zu weit von seiner bisherigen, täglichen Arbeit entfernt und vermisst es, sein Know-how anwenden zu können. Herr P. ist  überrascht, als er feststellt, dass seine erste Managementposition weniger motivierend ist, als er sich dies vorgestellt hatte. Nach Verhandlungen mit seinem Vorgesetzten macht er eine Seitwärtsbewegung weg von seiner Position als Teamleiter und engagiert sich in der Projektarbeit.

Die Fragen, mit denen er zum Karriere-Coaching kommt, sind, wie seine berufliche Laufbahn am besten zu planen sei und wie gut seine Plane zu seiner derzeitigen Arbeit passen. Er weiß, dass er sein Leben lang Ingenieur sein wird – es ist mehr als nur ein Job für ihn, eher eine Berufung.

CareerView© -Modellüberblick

Um unser Tool auf Herrn P. anzuwenden, ist ein Blick auf das Modell von DecisionDynamics nötig. Die ursprünglichen Fragen zur Erforschung des beruflichen Werdegangs, die vor über 30 Jahren MBA-Absolventen gestellt wurden, stellen einen nützlichen Bezugsrahmen zum Verständnis dieses Modells dar (und sind hilfreich, wenn man im Lebenslauf eines Klienten nach Karrieremotiven sucht).

Diese Fragen sind:

  • Richtung: In welche Richtung hat sich die Karriere eines Klienten entwickelt (aufwärts in der Hierarchie, seitwärts oder kaum)?
  • Dauer: Wie lange ist der Klient auf einer Position geblieben, bevor er sich weiter bewegte?
  • Orientierung: Wie weit ist der Arbeitsinhalt und die Expertise in der momentanen Position des Klienten von seiner Ausgangsposition entfernt?

Diese Faktoren können verwendet werden, um Muster im Lebenslauf des Klienten zu identifizieren, denen verschiedene Karrieremotive zugeordnet werden. Die Muster, die sich aus diesen drei Faktoren ableiten lassen, bilden jeweils einzigartige Motivationskombinationen, die sich im CareerConcepts©-Modell mit seinen vier Typen von Karrieremotivation wiederfinden lassen:

  1. Expert

Für diesen Typen geht es um den Aufbau von Expertise und das Streben nach Sicherheit. Experten sehen eine erfolgreiche Laufbahn als lebenslange Hingabe an einen Beruf, mit dem man sich identifiziert, und als kontinuierliche Beherrschung des Wissens und der Fähigkeiten, die zu diesem Beruf nötig sind.

  1. Linear

Dieser Typ schätzt Macht und Leistung und will (linear) nach oben. Folglich ist Beförderung der wichtigste Faktor, da er zunehmende Verantwortung und Einfluss mit sich bringt. Herausforderungen werden häufig gesucht, da sie die Möglichkeit bieten, den Leistungsaspekt dieser Motivation unter Beweis zu stellen. Erfolg ist erzielt, wenn höhere Ebenen in der Hierarchie erreicht werden, was gewöhnlich durch Statussymbole markiert wird (z.B. das „Eckbüro mit Aussicht“, ein Titel). Wenn man auf Deutsch sagt, jemand „macht Karriere“, meint man diese Art von Motivation. Die Kompetenzen, die mit dieser Motivation einhergehen, sind Wettbewerb, Führung und Effizienz.

  1. Spiral

Dieser Typ strebt nach Kreativität und Wachstum. Im Gegensatz zu den beiden erstgenannten Motivmustern ist dies keine traditionelle Karriereentwicklung. Vielmehr wird sie durch periodische Seitwärtsbewegungen charakterisiert, die gewöhnlich von einer zentralen Fähigkeit oder Expertise ausgeht. Diese Veränderungen setzen tendenziell eine Entwicklung von breiteren Fähigkeiten und neuen Anwendungen früherer Erfahrungen voraus, wodurch neue berufliche Möglichkeiten entdeckt werden. Erfolg bedeutet für diesen Typen die eigene Entwicklung, die anderer Menschen, die von Dienstleistungen oder von Produkten. Die Kompetenzen, die damit einhergehen, sind Teamwork und Projektarbeit, Kreativität und Diversität von Fertigkeiten.

  1. Transitory

Dieser vierte Typ ist der am wenigsten konventionelle und am stärksten wandlungsorientierte. Er strebt nach Unabhängigkeit und Vielfalt. Er braucht neue Inputs – was bedeutet, dass Menschen mit diesem Motiv ihre Positionen schneller verändern. Die Transitory (transitorisch = schnelllebig) genannte Motivation wird durch Mikro-Management (geringe Unabhängigkeit) oder repetitive Arbeit (geringe Vielfalt) negativ beeinflusst.  Netzwerken, Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit sind Kompetenzen, die mit dieser Motivation verbunden sind. Derart Motivierte sehen sich vor das Problem gestellt, missverstanden zu werden: Man bezeichnet sie als unfähig, eine Karriere zu wählen (ein Personalentwickler beschrieb diese Motivation als das Gegenteil einer Karriereentwicklung).

Diese vier verschiedenen Motivationsarten können leicht als Persönlichkeitstypologie aufgefasst werden, es sind aber keine. In der Regel tragen wir alle Motivationen in einem spezifischen Anteil in uns, die sich in einem einzigartigen Profil darstellen. Daher muss die persönliche Gewichtung dieser Motivationen identifiziert werden. Dies leistet dieses Tool.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unternehmenskultur, in welcher der Einzelne arbeitet:

Expert-Unternehmen

Deren Strategie zielt auf Konsolidierung.

Aufbauorganisatorisch lassen sie sich als flache Pyramide beschreiben. Die Haupt-Leistungsindikatoren in solchen Unternehmen sind Qualität und technische Expertise. Anerkennung und technisches Training (Personalentwicklung) sind die zentralen Belohnungsanreize.

Linear-Unternehmen

Ihre Strategie zielt auf Wachstum.

Aufbauorganisatorisch lassen sie sich als steile Pyramide beschreiben. Die Haupt-Leistungsindikatoren in solchen Unternehmen sind Profit und Führungsqualität. Beförderung und Managementaufgaben sind die zentralen Belohnungsanreize.

Spiral-Unternehmen

Sie haben eine auf Erneuerung ausgerichtete Strategie.

Aufbauorganisatorisch lassen sie sich als Matrix beschreiben. Die Haupt- Leistungsindikatoren in solchen Unternehmen sind Kreativität und Kompetenzvielfalt. Job-Rotation und Ausbildung sind die zentralen Belohnungsanreize.

Transitory-Unternehmen

Deren Strategie zielt auf Möglichkeiten.

Aufbauorganisatorisch lassen sie sich als temporäre Teams verstehen. Die Haupt-Leistungsindikatoren in solchen Unternehmen sind Schnelligkeit und Anpassungsfähigkeit. Gehaltsbonus und Unabhängigkeit sind die zentralen Belohnungsanreize.

Wie im klassischen Fitting-Ansatz postuliert unser Modell, dass Individuum und Organisation zueinander passen müssen, um eine optimale Zusammenarbeit zu gewährleisten.

Identifizierung des spezifischen Motivationsclusters

Erster Schritt

Zunächst geht es darum, sich eine Übersicht über Herrn P.s Laufbahn zu verschaffen und in einer Laufbahnanalyse unter drei Aspekten nach Mustern zu suchen: Richtung, Dauer und Orientierung.

  • Richtung: Herr P. hat sich anfangs nach oben bewegt (Beförderung zum Teamleiter), was eine Linear-Motivation nahelegt. Darauf folgte eine Seitwärtsbewegung (zur Projektarbeit), die eine Spiral-Motivation impliziert.
  • Dauer: Herr P. hat sein gesamtes Arbeitsleben als Ingenieur in derselben Industrie zugebracht, was auf eine Experten-Motivation schließen lässt. Sein schneller Wechsel vom Teamleiter zur Projektarbeit könnte als Resultat eines Spiral- oder Transitory-Motivation gesehen werden. Ein wichtiger Faktor, der mit Herrn P. geklärt werden müsste, sind seine Gründe für diese Veränderungen und wie lange er plant, in der Projektarbeit zu verbleiben – eine längere Verweildauer konnte auf eine Spiral-Motivation hindeuten, ein Hang zu schnellerer Veränderung auf eine Transitory- Motivation.
  • Orientierung: Herr P. befindet sich noch im selben Berufsfeld, mit einer gewissen Seitwärtsbewegung. Das ist ein starker Indikator einer Experten-Motivation. Dieser Wechsel in ein neues, verwandtes Gebiet (die Projektarbeit) deutet auf ein Spiral-Motiv hin.

Zweiter Schritt

Das Interview wird eingesetzt, um Hypothesen zu testen, die im ersten Schritt entwickelt wurden und um zu klären, in welchem Maße die individuellen Karriereschritte aus eigenem Antrieb gemacht wurden – und welche Haltung der Klient zu jedem Schritt einnimmt.

Im Interview erklärt Herr P., dass die Arbeitsaufgaben, die er am meisten schätzt, diejenigen sind, in denen er seine Expertise erproben und neue Facetten an ihr entdecken kann (Expert-Motivation). Er zieht Gewinn aus der Anwendung seines Wissens in den Projekten, an denen er arbeitet (das deutet auf eine Kombination von Motivationen hin). Er ist in der Lage, sein Expertenwissen in vereinfachter Form an seine Projektkollegen zu kommunizieren, ohne als Fachidiot aufzutreten. Herr P. gibt den Wunsch zu erkennen, in seinem Arbeitsfeld zu bleiben (Expert) und macht deutlich, dass ihm seine langfristigen Positionsveränderungen nicht klar sind. Er zeigt allerdings eine Offenheit, seine Karriere zu entdecken, was als Anzeichen einer Spiral-Motivation zu sehen ist.

In diesem Schritt klären Klient und Coach gemeinsam die primären Motivationen „Expert“ und „Spiral“. Auch eine gewisse Transitory-Motivation wurde identifiziert, die Herr P. in seinem Wunsch nach Abwechslung in seiner Arbeit erkennen konnte. Diese Kombination von „Expert“ und „Spiral“ kann als Beratungsprofil beschrieben werden.

Expert

Bei Herrn P. kommt das darin zum Ausdruck, dass er ein klar abgegrenztes Fachgebiet gewählt hat (Bauingenieurwesen), in dem er sein Wissen vertieft hat. Er macht wahrend des Coachings klar, dass er lebenslang Ingenieur bleiben will. Die Karriere- Kompetenzen – Qualität der Arbeit und Zuverlässigkeit – passen hierzu.

Spiral:

Herr P. wird durch Teamarbeit oder durch die Zusammenarbeit mit anderen Teams motiviert. Der Wechsel in die Projektarbeit wird von ihm als wichtige persönliche Entwicklung gesehen, da er Vielfalt in seine Arbeit brachte (wahrend er noch im Feld seiner Expertise verblieb) und ihm erlaubt, seine Expertise auszuweiten

Transitory

Herr P. lernt bei seiner Projektarbeit viele Kollegen kennen, die transitorisch motiviert zu sein scheinen. Einige sind seit mehreren Jahren bei der Firma und werden als Trouble-Shooter oder in quer durch die Organisation verlaufenden Projekten eingesetzt.

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass Klienten gewöhnlich eine Vorstellung von ihrem idealen Karriereweg haben (ihre Präferenzen). Diese sind gewöhnlich beeinflusst von der Art und Weise, in der wir aufwachsen und von sozialen Einflüssen. Diese Präferenzen sind etwas Anderes als die persönlichen Karrieremotivationen und passen mehr oder weniger gut dazu.

Wir bieten zur Differentialdiagnostik ein Online-Assessment an, mit dem persönliche Motive und Karrierepräferenzen identifiziert und eventuelle Diskrepanzen in Form einer Lückenanalyse dargestellt werden können. Wenn der Fragebogen eingesetzt wird, ist es ratsam, die hier genannten Schritte mit dem Klienten durchzugehen, da dies den Klienten für seine persönlichen Motive sensibilisiert und ihm ermöglicht, sie leichter zu erkennen.

Dritter Schritt

Da Herrn P.s Hauptmotivation „Expert“ und „Spiral“ – und nicht „Linear“ – sind, muss er seinen Vorgesetzten (und der Personalabteilung) klar machen, dass er nicht weniger motiviert ist als seine „linearen“ Kollegen, aber andere Motive hat. Es schließt sich die Beratung und Diskussion der Karrierestrategie an.

Dies ist von Bedeutung, da Herrn P.s Organisationskultur eine Mischung aus „Expert“ und „Linear“ ist: Viele von Herrn P.s Vorgesetzten in seiner Firma sind eindeutig „linear“ motiviert. Tatsächlich ist diese Motivation in der Schwesterfirma in den USA dominant, was im Wunsch nach Titeln deutlich wird, welche die höhere Position in der Organisationshierarchie markieren. Herr P. scherzt  mit Kollegen darüber, dass die Schwesterfirma keine Angestellten habe, sondern nur „Senior Vice Presidents“.

Es ist jedoch die Expert-Kultur, die weitere Unterstützung und Training für Herrn P.s technische Expertise sicherstellen kann. Seine nächsten Schritte bestehen darin, breitere Erfahrung in verschiedenen Projekten zu gewinnen, um seine Expertise aufzubauen und seine Fähigkeiten als beratender Ingenieur bei Bauprojekten zu vertiefen (um seine Spiral-Motivation zu befriedigen). Er kommt zu der Einsicht, seine Projektarbeit als eine Art von Expertise zu verstehen, die auf seiner Expert- Motivation beruht. Um für ausreichende Variationsbreite in der Zukunft zu sorgen und dabei im gleichen Arbeitsfeld zu verbleiben, zieht Herr P. in Betracht, an einigen Projekten im Ausland zu arbeiten, da ihm das neue Erfahrungen bringen dürfte.

Eine wichtige Überlegung für Herrn P. ist, ausreichend Zeit für sich zu haben, um die Breite seiner Expertise ausbauen zu können, statt schnell von einem Projekt zum nächsten zu wechseln. Obwohl er über eine  Transitory-Motivation verfügt, zieht er nicht in Betracht, selbstständiger Berater zu werden. Sein Wunsch nach Sicherheit ist zu groß  (Expert-Motivation) und er hat das Gefühl , die Vielfalt seiner Projektarbeit würde seine Transitory-Motivation ausreichend befriedigen.

Voraussetzungen und Kenntnisse  für den Einsatz von CareerView©

Coaches sollten in der Arbeit mit verschiedenen Human-Ressource-Modellen und im Feedback-Geben erfahren sein.

Persönlicher Hinweis/Kommentar/ Erfahrungen

Dieses Coaching-Tool lässt sich leicht von Laien verstehen und hat eine gute Akzeptanz. Da es kein Persönlichkeitsinstrument ist, weckt es kaum Widerstand bei der Anwendung.

Autor:

Dieter Krautwald

 

QUELLEN/WEITERFÜHRENDE LITERATUR

Jason Kay, Coaching-Magazin (2009),

Brousseau, K. R. & Driver, M. J. (1994). Enhancing Informed Choice: A Career-Concepts Approach to Career Advisement. Selections, Spring, 24-31. Brousseau, K. R. & Driver, M. J. (1993). Roadmaps for Career Success, Thousand Oaks, CA: Decision Dynamics Group.Brousseau, K. R., Driver, M. J., Eneroth, K. & Larsson, R. (1996). Career Pandemonium: Realigning organisations and individuals. Academy of Management Executive, Vol. 10, No. 4. Verfügbar unter: http://www.decisiondynamics. us/global/career_pandemonium.asp?sm=40 [01.7.09]

Coombs, M. W. (1989). Measuring Career Concepts: An Examination of the Concepts, Constructs, and Validity of the Career Concept Questionnaire, Ph.D. Dissertation. Los Angeles: University of Southern California.

Larsson, R. (2005). Research Background: Decision Dynamics Career ModelTM. Lund: School of Economics and Management.

Schein, E. H. (1978). Career Dynamics: Matching Individual and Organizational Needs, Reading, MA: Addison- Wesley.

Internet: www.herbwood.com

Blogpicture, ängstlich

Über die Unart, Informationen zu verstecken

In der letzten Zeit sehe ich häufig Bewerbungen per Email, bei denen sich die wichtigsten Informationen erst nach dem Öffnen der Anlagen offenbaren.

Typischer Text:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Anlage finden Sie meine Bewerbungsunterlagen, Sie werden feststellen, dass ich der/die Richtige für den Job bin.“

Nach Umfragen bei Personalern hat sich gezeigt, wie wenig Zeit sich diese dafür nehmen, eine Bewerbung nach dem ersten Augenschein zu beurteilen – nämlich leider nur ca. 20 Sekunden! Warum sollten die Bewerber wertvolle Sekunden vergeuden, indem Sie dem Empfänger indirekt folgende Fragen stellen:

  • Hat der/die sich nicht mal die Mühe gemacht, den richtigen Ansprechpartner zu identifizieren?
  • Sind wir als Unternehmen überhaupt gemeint, oder wird diese Bewerbung an x-verschiedene Arbeitgeber verschickt?
  • Ist mein -mit einer Aufforderung versehener- Text interessant genug für mich?
  • Ist das Dateiformat der Anlagen vertrauenswürdig genug, dass ich sie öffnen kann?
  • Welche Anlage muss ich denn nun öffnen, um an die wesentliche Info zu kommen?
  • Wie lange braucht es wohl, bis ich diese riesige Datei, in der alle Dokumente versteckt sind, öffnen kann?
  • Warum sagt der Schreiber nicht direkt, was er will – gibt es da etwas zu verbergen?
  • Wenn das hier schon so umständlich wird, wie wird sie/er dann wohl arbeiten?

Sie sehen, in 20 Sekunden sind das eigentlich zu viele notwenige Gedanken oder Entscheidungen. Bei Internetshops nennt man schlecht programmierte Abläufe: too many clicks to buy. Das bedeutet, der Kunde bricht den Kaufvorgang ab und verlässt die Seite.

Also: schlimmer geht`s nimmer!

Wie machen Sie es nun besser?

  1. Wenn Sie genau wissen, warum Sie sich, ausgerechnet bei diesem Unternehmen und ausgerechnet für diesen Job bewerben – nun, dann wird Ihnen bei der Recherche auch der Name Ihres Ansprechpartners begegnet sein.
    Wenn Sie diese Fragen nicht beantworten können, sollten Sie sich die Mühe der Bewerbung besser sparen!
    Niemals ohne persönliche Anrede!
  2. Ihr Bewerbungsschreiben gehört ganz oder, wenn er länger ausfällt, auch auf eine summary gekürzt, in den Text Ihrer Email! Fügen Sie dieses aber ruhig als „Bewerbungsschreiben“ benannte Datei den Anlagen hinzu.
    Sagen Sie direkt, worum es geht!
  3. Wenn Ihre Anlagen ein größeres Dateivolumen verlangen (z.B. Zeugnisse in Farbe und hoher Auflösung), teilen Sie diese in mindestens zwei verschiedene Dateien auf:
    ein pdf mit Anschreiben und CV, (abhängig vom Umfang, CV separat), eine weiteres pdf mit Ihren Zeugnissen, ggfls. weitere mit Arbeitsproben etc.
    Reduzieren Sie die Auflösung auf 72 dpi (Bildschirmauflösung)
    Vermeiden Sie zu lange Ladezeiten!
  4. Verwenden Sie niemals das Dateiformat .zip, außer Sie haben das mit dem Empfänger vorher verabredet! Hier könnten sich hervorragend Viren verstecken lassen, deshalb werden solche Mails oft vom Server zurückgewiesen oder werden „nur mit Fingerspitzen angefasst“
    Vermeiden Sie Sicherheitsbedenken!
  5. Überlassen Sie die Bewertung Ihrer Bewerbung unbedingt dem Leser, solche Formulierungen wie „Sie werden feststellen, dass….“ wirken zwar forsch, könnten aber bereits ein mitleidiges Lächeln verursachen
    Bleiben Sie bei Ich-Botschaften!
  6. Über die richtige Formulierung Ihrer „story“ hier nur soviel:
    AIDA (= attention, interest, desire, action): strukturierter Aufbau, aus dem sich kausale Zusammenhänge ergeben und auf Unternehmen und Stelle ausgerichteter Inhalt – und sagen Sie, was Sie wirklich interessant macht!

Der Köder muss dem Fisch schmecken – nicht dem Angler!

 

Zusammenfassung

 Eine Bewerbung kann nur dann erfolgreich sein, wenn diese die erste Hürde: den ersten Augenschein erfolgreich besteht. Bei bis zu mehreren Hundert Bewerbungen auf eine Stelle, sollten Sie nicht dieselben Fehler wie viele andere machen. Werden Sie konkret, kommen Sie auf den Punkt – und verstecken Sie nichts!

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren Bewerbungen,

viele Grüße und bis bald

Ihr Dieter Krautwald

herbwood & friends – coaching

Tel.: 02161-9029777 , mail@herbwood.com

3d modern elevator

Ein Elevator Pitch, auch genannt Elevator Speech oder Elevator Statement, ist ein Werkzeug für eine kurze Zusammenfassung einer Idee mit dem Fokus auf die positiven Aspekte des Vorschlags, wie zum Beispiel der Einzigartigkeit, den Zielkunden und die Vorteile bei Umsetzung.Der Kerngedanke eines „elevator pitches“ basiert auf dem Szenario, eine wichtige Person in einem Aufzug zu treffen und diese dann während der Dauer eines Aufzugaufenthalts (normalerweise zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten) von seiner Idee und vor allem von deren Wert überzeugen zu können. Ist die Idee überzeugend genug vorgestellt worden, wird das Gespräch weitergeführt oder man verabredet sich zu einem weiterführenden Meeting.

Quelle: wikipedia

Ob im Rahmen eines Interviews oder Assessments, im Vertrieb oder beim Networking, in diesen und ähnlichen Situationen sind Sie gefordert, in Kürze das Wesentliche über sich zu sagen und beim Gegenüber einen Eindruck zu hinterlassen.

Damit dieser möglichst positiv wird, ist es notwendig, diese Selbstpräsentation zu üben.

  1. Tipp: Elevator Pitch Aufbau

Überlegen Sie sich einen starken Einstieg. Bereits der erste Satz muss sitzen. Er dient dazu, die Neugier Ihres Gesprächspartners zu wecken. Das kann eine Frage, eine These oder ein interessanter Fakt sein. Sie strahlen Selbstbewusstsein aus, wenn Sie Blickkontakt halten – also in Erwartung von zündenden Gedanken nicht den Blick in den Himmel richten.

Für eine gelungene Rede sollten Sie sich auf kurze, prägnante Sätze beschränken. Bei Verwendung unnötiger Füllwörter, laufen Sie Gefahr, die Aufmerksamt des Zuhörers zu verlieren.

Die wichtigsten Aussagen über sich lauten:

  • Wer sind Sie?
  • Was sind Ihre Kernkompetenzen?
  • Welchen Mehrwert bringen Sie mit?
  • Warum sind Sie hier?

Bitte beachten Sie, dass Ihre Aussagen auf das Gegenüber und den Kontext abgestimmt sein müssen. Es ist entscheidend zu wissen, wo, mit welchen Schwerpunkten und mit welcher Absicht Sie „stattfinden“ wollen, also müssen sich Ihre Aussagen abhängig vom „setting“ unterscheiden. Es wäre fatal, wenn Ihr Vortrag keine Relevanz hat und Sie an Ihrem Zuhörer vorbei sprechen.

  1. Tipp: Zur Person

Geben Sie hier Informationen über sich, Ihren Werdegang (kurz!) und Ihre beruflichen Schwerpunkte. Wenn es notwendig ist, können Sie auch über Lebenssituation, Mehrsprachigkeit oder besondere Erfahrungen sprechen.

Aber Achtung:
Der Köder sollte dem Fisch schmecken – nicht dem Angler, also nicht zu selbstgefällig oder wertend formulieren!

  1. Tipp: Ihre Kompetenzen

Stellen Sie in wenigen Stichpunkten dar, was Ihre individuelle selling propostion ist, was hebt Sie von der Masse ab? Prüfen Sie im Vorfeld, ob diese Eigenschaften oder Fähigkeiten mit den Erwartungen des Arbeitgebers zu matchen sind (Übereinstimmungspotential)

Was Sie hier behaupten, müssen Sie bei Bedarf auch beweisen können! Wenn der Gesprächspartner nachfragt, sollten Sie in der Lage sein, Ihre Behauptungen z. B. anhand von Beispielen zu belegen!

Ihre Motive, Werte oder Arbeitsweisen können an dieser Stelle eine besondere Wirkung erzeugen; aber vermeiden Sie Plattitüden wie teamfähig oder einsatzfreudig.

  1. Tipp: Ihr (Mehr)wert, Ihr Nutzen

Welche Vorteile bieten Sie? Was ist speziell an Ihrem Angebot? Was also gewinnt Ihr Kunde oder Ihr künftiger Arbeitgeber, wenn er Ihr Angebot und nicht das eines Mitbewerbers annimmt? Was bringen Sie für die Aufgabe mit, was wäre ein möglicher ideeller oder produktiver Nutzen? Machen Sie deutlich, warum eine Entscheidung für Sie als neuem Mitarbeiter eine win-win-Situation darstellen würde, z.B. wie schnell wären Sie produktiv einsetzbar oder welches spezielles Know-How bringen Sie ein?

Dazu müssen Sie natürlich wissen, wer Ihre Zielgruppe ist und welchen Bedarf diese hat. Was wissen Sie über den aktuellen Bedarf des Unternehmens, warum soll die Stelle besetzt werden, an welcher Stelle glauben Sie, erfolgreich mitwirken zu können?

Wenn z.B. eher ein Spezialist gesucht wird, macht es wenig Sinn, über Ihre generellen Erfahrungen zu sprechen. Dann müssen Sie klar machen, dass Sie in dem gefragten Fachgebiet auch über Expertenwissen oder über notwendige Netzwerke verfügen, z. B. Kunden oder Lieferanten kennen – oder über die Fähigkeit und Leidenschaft verfügen, dies kurzfristig aufbauen zu können.

  1. Tipp: Ihr Motiv

 Was bringt Sie dazu, ausgerechnet dieses Angebot zu machen?

Warum haben ausgerechnet Sie sich, ausgerechnet auf diese Position und ausgerechnet bei diesem Unternehmen beworben?

Was ist der Reiz für Sie, wenn Sie für die Organisation arbeiten können?

Gibt es ein besonderes Motiv?

Natürlich sollte auch dies „Hand und Fuß“ haben und für den Adressaten individualisiert sein.

Tipp 6: Sprache und Formulierung und Inhalt

Drücken Sie sich verständlich aus. Denken Sie daran, dass Ihr Zuhörer die Informationen in der Kürze der Zeit auch nachvollziehen soll. Ihr Ziel ist es, dass Ihr Gegenüber selbst an den Punkt kommt, an dem er denkt: Ja, ich habe Interesse. Deswegen sollten Sie auch bei Ihrer Sprache darauf achten, Ihren Gesprächspartner nicht mit Fachjargon, Fakten oder Schachtelsätzen zu überrollen.

Wenden Sie vorher den Oma-Test an: Würde diese verstehen, wovon Sie sprechen?

Priorisieren Sie Inhalte. Sie haben nur 60 – 120 Sekunden Zeit. Das zwingt Sie dazu auszuwählen. Sie können nicht jedes Detail schildern. Das ist auch gar nicht notwendig. Holen Sie nicht zu weit aus, sondern kommen Sie direkt auf den Punkt.

Reduce to the max – konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und bereiten Sie für jeden der vier Bereiche jeweils ein bis zwei Sätze vor.

Tipp 7. Enthusiasmus vs. Autenthizität

Professionelle Redner sagen, dass es nicht nur darauf ankommt, was Sie sagen, sondern vielmehr darauf, WIE Sie es sagen.

Zeigen Sie Begeisterung. Sehen Sie diesen Moment als die große Chance an, Ihr Gegenüber von Ihrer Person oder Idee zu überzeugen. Begeisterung ist ansteckend. Sind Sie begeistert und können glaubwürdig zeigen, dass Sie für das, was Sie tun, brennen und Leidenschaft mitbringen, übertragen sich diese positiven Gefühle auf Ihren Gesprächspartner.

Aber – bleiben Sie authentisch!

Was Sie sagen und wie Sie es sagen muss zu Ihrer Person, Ihrer Qualifikation und zu Ihrer sonstigen Ausdrucksweise passen. Sie wirken nicht glaubwürdig, wenn Sie schauspielern und es könnten falsche Erwartungen an Sie geknüpft werden.

Sie müssen sich wohlfühlen bei der Präsentation, denn wenn Sie verunsichert oder einen auswendig gelernten Text vortragen, bleibt das nicht unbemerkt. Ihr Vortrag klingt gekünstelt und der Funke springt nicht über. Legen Sie stattdessen Persönlichkeit hinein. Bei der Vortragsweise brauchen Sie sich nicht zu verstellen.

Ein wenig Humor kann auch nicht schaden, das macht Sie sympathischer , wenn Ihnen das nicht so liegt, bleiben Sie sachlich.

  1. Tipp: Call-to Action

Geben Sie Ihrem Gegenüber auch die Chance, sich einzuklinken und Interesse zu bekunden. Legen Sie zwischendurch kurze Pausen ein (Atemholen), um die Reaktion Ihres Gesprächspartners abzuwarten.

Fragen Sie nach Erwartungen und achten Sie auf die Reaktionen der Anderen!

  • Wie sieht denn der ideale Kandidat aus?
  • Könnte ich Ihre Erwartungen treffen?
  • An welchem Punkt unterscheide ich mich davon?

Schließen Sie Ihre Kurzpräsentation mit einer Aufforderung ab. Was wäre der nächste Schritt für Ihr Gegenüber? Wie kann er Sie oder Ihre Idee unterstützen? Was wünschen Sie von Ihrem Gesprächspartner? Sagen Sie ihm klipp und klar, was er aus Ihrer Sicht tun soll.

Wer nicht sagt, was er will, muss sich nicht beschweren, wenn es nicht kriegt!

Ihr Schlusssatz sollte dazu animieren, sich Ihnen anzuschließen und mitzumachen.

Achtung: nicht bei der Bewerbung verwenden!
Geben Sie Ihrem Gegenüber die Chance, in Kontakt zu bleiben.Öffnen Sie die Möglichkeit für weiteren Austausch. Wie kann Ihr Gesprächspartner Sie bei Interesse kontaktieren? Geben Sie ihm Ihre Visitenkarte oder verabreden Sie sich zu einem ausführlicheren Gespräch, damit ebnen Sie den Weg für eine Zusammenarbeit.

Tipp 9: Dos und Don’ts

Versuchen Sie nicht, auf die Schnelle noch ein paar Extra-Argumente einzuflechten.
Üben Sie vorher ausreichend, das größte Risiko ist, die Präsentation spontan zu vermasseln, weil Sie der Kraft Ihrer Argumente nicht trauen.
Bewahren Sie sich die Zusatzargumente als Bonusmaterial für Nachfragen Ihres Gesprächspartners.

Versetzen Sie sich in den Gegenüber!

Was würde Sie wissen wollen, was könnte Sie überzeugen, warum würden Sie sich selbst einstellen wollen? Welche Einwände oder Vorbehalte hätten Sie! Bereiten Sie sich auf solche Nachfragen vor, dann kommen Sie nicht ins Schwimmen und Ihre Präsentation macht einen bleibenden Eindruck.

 

Wenn Sie also oben aus dem Aufzug aussteigen, sollten die wichtigsten Informationen transportiert haben. Die gewünschte Reaktion muss aber nicht sofort erfolgen! Wenn man nicht gleich in Begeisterung ausbricht, muss das noch gar nichts bedeuten. Aber an den Reaktionen (Körpersprache, Gestik, Blick, Kommentare etc.) haben Sie ja vielleicht schon vorher eine Art Feedback erhalten.

Viele Grüße und bis bald

Ihr Dieter Krautwald
Herbwood & Friends – Coaching

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Ein Jobwechsel sei wohl überlegt.

Wann macht ein Jobwechsel Sinn?

Mein Job macht mich kaputt. Ich arbeite gut 10-12 Stunden am Tag als Marketingleitung. Okay, „nur“ Marketingleitung bin ich schon lange nicht mehr. Viel mehr bin ich „das Mädchen für alles“ und unter anderem auch im Projekt- und Produktmanagement eingebunden. Die ganze Verantwortung, die ich zu tragen habe, hinterlässt bei mir ständige Sorgen, ob ich etwas falsch gemacht haben könnte. Dazu hätte ich lieber eine eindeutige Position, die entsprechend honoriert wird und einen klaren Karrierepfad. Das wirkt sich stark auf meine innere Zufriedenheit aus. Macht ein Jobwechsel für mich Sinn? Aber was ist, wenn ich meinen Lebensstandard dann nicht mehr halten kann? Oder ich im aktuellen Arbeitsmarkt nicht Fuß fassen kann, oder wenn ich vom Regen in die Traufe komme? Wird mich ein anderer Arbeitgeber überhaupt haben wollen, besonders, wenn ich den Job an den Nagel gehängt habe?

Melanie M.

Wenn Sie sich in einer ähnlichen Situation wie Melanie M. befinden und Sie sich die ähnlichen Fragen stellen, sind Sie natürlich nicht alleine. Laut einer aktuellen Studie von Randstad planen 15 % Arbeitnehmer den Job innerhalb der nächsten zwölf Monate zu wechseln. Schlechte Bezahlung, schlechtes Arbeitsklima und mangelnde Anerkennung sind oft die Hauptgründe, über einen Jobwechsel nachzudenken. Das Gefühl auf der Stelle zu treten und fehlende Weiterentwicklungsmöglichkeiten können ebenso ein Auslöser sein, den Job quittieren zu wollen. Die Mehrheit der Arbeitnehmer hat den Arbeitgeber bereits ein bis fünfmal in Ihrem Leben gewechselt. Meist entscheidet sich im zweiten Arbeitsjahr für ein Drittel aller Fachkräfte, ob ein dauerhaftes Verbleiben im Unternehmen Sinn macht.

Doch Vorsicht! Auch wenn diese Schilderungen eine Normalität von Jobwechseln suggerieren, sollte ein Wechsel gut durchdacht sein. Ein Jobwechsel ist eine Entscheidung, die große Auswirkungen auf Ihren weiteren beruflichen Werdegang und damit auf künftige Bewerbungschancen haben kann. Vielleicht ist der Job nicht mehr der richtige, weil einer der folgenden Gründe zutrifft?

  • Gesundheitliche Probleme
    Sie merken, dass Sie vor Antritt Ihrer Tätigkeit noch gesünder waren. Rückenschmerzen oder häufige Magen-Darm-Erkrankungen, sind psychosomatische Anzeichen dafür, dass Ihnen der Stress auf der Arbeit dauerhaft im wahrsten Sinne auf den Magen schlägt.
  • Sozialer Stress
    Sie haben das Gefühl, nicht ins Team oder ins Unternehmen passen. Das heißt Sie fühlen sich mit Ihrer Rolle im Team fehl am Platz, Sie werden gemobbt oder passen eigentlich besser zu einer anderen Unternehmenskultur. Oder die Zusammenarbeit macht Ihnen aus anderen sozialen Gründen keinen Spaß mehr.
  • Entwicklungsmöglichkeiten
    Sie meinen auf der Stelle zu treten und nicht weiter zu kommen. Trotz wachsender Berufserfahrung scheitern Gehaltsverhandlungen, sie fühlen sich bei der Beförderung übergangen oder sie haben keinen ausreichenden Zugang zu Fördermaßnahmen. Sie möchten gerne mehr Verantwortung übernehmen, aber Ihre „Pyramide“ ist zu flach.
  • Karrierestufe
    Sie sind auf der Karriereleiter hochgestiegen und fühlen sich dort nicht mehr wohl. Sie würden viel lieber mehr operativ arbeiten und weniger in Meetings rumsitzen – und auch gerne Verantwortung abgegeben? Das ist möglicherweise eine der schwierigsten Herausforderungen, ist aber auch möglich!
  • Sicherheit
    Das Unternehmen streicht laufend Stellen, da es sich in einer wirtschaftlich angespannten Situation befindet und Sie leben in ständiger Unsicherheit um Ihren Job. Ist es besser, schon mal selbst die Zügel in die Hand zu nehmen und sich nach einer neuen Stelle umzuschauen oder könnte sich Ihre Treue und Loyalität auszahlen? Oder ist Ihr Vertrag nur befristet?
  • Familie
    Ihre Work-Life-Unit ist nicht ausgewogen, Sie möchten in eine andere Region umziehen, das Arbeitszeitmodell ist nicht flexibel genug oder andere Familienmitglieder fordern ihr Recht ein.
  • Motivation
    Zu Beginn waren Sie noch begeistert und konnten sich mit Unternehmens- oder Projektzielen identifizieren? Nun ist aber „die Luft raus“, weil sich wesentliche Parameter verändert haben, das Innovationstempo ist Ihnen zu gering oder Sie stoßen andauernd an Systemgrenzen?

Bitte nicht zu früh und möglicherweise ungeplant tätig werden.

Wenn der Arbeitgeber ohne Not zu früh gewechselt wird, kann sich dies auf Dauer negativ auf Ihre Karrierechancen auswirken, also besser etwas abwarten und durchhalten?

Wenn Ihr Job Sie nicht krank macht, macht es generell Sinn, zumindest drei Jahre auf einer Position zu bleiben. Dabei ist ein Jahr als Einarbeitungsphase zu verstehen, ein weiteres Jahr um ein Projekt voranzutreiben und ein drittes Jahr um fruchtbare Ergebnisse im Unternehmen zurückgelassen zu haben. Dennoch können häufigere Jobwechsel mit kürzeren Verweildauern toleriert werden. Gerade Berufseinsteiger, die berufliche Schwerpunkte setzen möchten, sich erst mal orientieren müssen oder nur Zugang zu befristeten Stellen haben, können dies in Ihrem Lebenslauf glaubwürdig hervorheben. Grundsätzlich kann die Toleranz von häufigen Jobwechseln je nach Branche und Personaler variieren.

Wollen Sie nur irgendwo WEG – oder irgendwo HIN?

  1. Erstellen Sie sich eine Liste mit Pro und Contra und listen Sie auf, wie Sie ihre aktuelle berufliche Situation qualitativ bewerten. Versuchen Sie dabei möglichst sachlich zu bleiben, vielleicht nehmen Sie eine vertraute Person mit dazu.
  2. Wenn Sie diese Liste erstellt haben, beurteilen sie die Contras danach, ob Sie eine Veränderung zum Positiven beeinflussen können und wie.
  3. „Change it“ Das „System“ Ihres Arbeitgebers werden Sie wohl nur schwer oder nur marginal beeinflussen oder verändern können, vielleicht hilft es aber in Ihrem „Mikrosystem“ (Ihrer Abteilung, Ihr Arbeitsbereich), durch Ihr Verhalten oder durch Kommunikation kleine Verbesserungen zu erreichen. Es kann hierbei auch helfen, sich bei Kollegen auszusprechen.
  4. Love it“ kann auch bedeuten, eine Situation als unabänderlich zu akzeptieren und sich einen Ausgleich zu suchen. Vielleicht machen Sie einen „Vertrag“ mit sich selbst und vereinbaren eine Frist, definieren Sie einen Zeitpunkt, bis zu welchem Sie eine positive Veränderung bewirken oder feststellen wollen. Oder die Unerträglichkeit der Situation neu bestimmen werden. Bewerten Sie die Situation als Ganzes. Oder reicht es möglicherweise aus, Ihre Einstellung zu Personen oder Aufgaben zu ändern.
  5. „Leave it“ Bevor Sie „loslaufen“ überlegen Sie genau wie das Ziel aussieht, was eine Veränderung bewirken soll. Beschreiben Sie nach Möglichkeit den Zielzustand im Präsenz und schreiben Sie das auf! Das hilft Ihnen zukünftige Stellenangebote besser zu selektieren und beurteilen zu können.
  6. Eine besondere Beziehung. Ihr Verhältnis zu Ihrem Arbeitgeber wird durch verschiedene Einflussfaktoren geprägt, manchmal gibt es Spannungen oder Differenzen, bei denen Sie jedoch auch einen Einfluss haben. Wie in privaten Beziehungen interagieren auch hier immer mindestens zwei Parteien miteinander – und tragen auch beide einen Teil der Verantwortung. Prüfen Sie doch mal für sich, ob und wenn ja welchen Teil Sie verantworten oder beeinflussen, vielleicht lässt sich noch etwas retten? Wenn Sie jedoch zu dem Ergebnis kommen, dass ein LEAVE unausweichlich ist, dann sollten Sie verantwortungsbewusst – also mit Verantwortung für Sie selbst – handeln.

Falls Sie zurzeit über einen Jobwechsel nachdenken, sich aber noch nicht sicher sind, ob Sie kündigen wollen oder wie Sie einen bereits vollzogenen Jobwechsel überzeugend begründen wollen, können wir Sie gerne unterstützen. Buchen Sie dazu eines unserer Workshops oder Coachings.

Viele Grüße und bis bald

Ihr Dieter Krautwald
Herbwood & Friends – Coaching

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Verdeckter Arbeitsmarkt

Es kann wirklich frustrierend sein. Sie recherchieren täglich sämtliche Stellenanzeigen, schreiben pro Woche zehn Bewerbungen, trotzdem erhalten Sie fast nur Absagen. Ihr Anschreiben ist kreativ und ansprechend, überzeugt aber nur in seltenen Fällen. Auch Ihren Lebenslauf haben Sie bereits mehrmals überarbeitet. Doch auch das scheint nicht zu gelingen. Jetzt gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn auch eine Welle von Absagen liegt nicht immer allein in der Person des Bewerbers begründet. Die starke Konkurrenz bei Bewerbungen auf eine öffentlich ausgeschriebene Stelle bei einem attraktiven Unternehmen könnte eine Erklärung sein. Oder eine rare Berufseinsteigerstelle, für die sich eine hohe Anzahl an Bewerbern interessieren, könnte Ihnen den Weg zu Ihrem Erfolg versperren. Die vakanzorientierte Rekrutingstrategie der Arbeitgeber führt dazu, dass nur Bewerber eingeladen werden, die zur ausgeschriebenen Stelle best möglich passen. Wäre es da nicht sinnvoll, die eigene Bewerbungsstrategie zu verändern? Antwort: ein deutliches Ja! Versuchen Sie es doch mal auf dem verdeckten Arbeitsmarkt.

Begeben Sie sich auf den verdeckten Arbeitsmarkt

Dabei handelt es sich um Stellen, die nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern über Beziehungen, Netzwerke, Empfehlungen oder persönliche Kontakte vermittelt werden. Deutlich weniger Bewerber versuchen ihr Glück auf diese Weise. Trotzdem besetzen Unternehmen vakante Stellen vornehmlich verdeckt. Der Vorteil für Unternehmen, Stellen nicht öffentlich auszuschreiben, liegt einerseits daran, Kosten zu sparen. Zudem glauben manche Unternehmen an die Strahlkraft ihrer Arbeitgebermarke und hoffen auf zahlreiche qualifizierte Bewerber. Es gibt allerdings auch Stellen, die Unternehmen durch öffentliche Ausschreibungen nicht adäquat besetzen können. Deswegen versuchen zahlreiche Firmen offene Stellen über Empfehlungen zu besetzen. Mitarbeiter erhalten indessen Prämien für eine erfolgreiche Vermittlung. Dann kennt man sich schon und bekommt vielleicht einen besseren Ersteindruck von dem Kandidaten – also, Sie brauchen ein Netzwerk!

Betreiben Sie ein Selbstmarketing

Je größer Ihr berufliches Netzwerk ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auf offene Vakanzen stoßen oder frühzeitig auf Personalbedarf aufmerksam gemacht werden. Zu empfehlen sind hierbei Berufs- und Karrieremessen, besonders für Absolventen und Berufseinsteiger. Für Berufstätige eignen sich ebenso Fachmessen und Tagungen. Dort sollten Sie sich allerdings so kleiden, als würden Sie zu einem Vorstellungsgespräch gehen und Ihren Lebenslauf mitbringen. Sie sollten sich hierbei schon im Vorfeld über die Unternehmen informiert haben, um direkt ins Gespräch kommen und einen positiven Eindruck hinterlassen zu können. Versuchen Sie dabei, auf möglichst viele Unternehmen zuzugehen und offen zu kommunizieren.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Ihr berufliches Netzwerk über Xing und LinkedIn zu erweitern. Gehen Sie dabei gezielt vor. Sie könnten z. B. Xing Gruppen beitreten, die Sie thematisch interessieren und dort mit anderen Mitgliedern diskutieren. Sie könnten die User direkt anschreiben und auf deren interessante Beiträge aufmerksam machen. Sie müssen nicht sofort nach einer offenen Stelle fragen. Vielmehr geht es darum, immer wieder neue Kontakte zu knüpfen, damit Sie früher oder später auf potentielle Vakanzen stoßen. Betrachten Sie Ihr berufliches Netzwerk eher als ein Informationsnetzwerk. Bei einer frei werdenden Stelle, kann es sein, dass Sie an Ihren neuen Arbeitgeber empfohlen werden.

Außerdem wirkt es auf Personaler sowie Headhunter professioneller und relevanter, wenn Sie ein gut ausgearbeitetes und aktuelles Xing-Profil mit zahlreichen sozialen Kontakten haben und über erfolgreiche Projekte berichten können.

Eine weitere Möglichkeit ist es, von sich „reden zu machen“. Nutzen Sie das Internet und schreiben Sie in Ihrem eigenen Blog oder auf Xing & Co. Fachbeiträge über Ihr Thema. Beobachten Sie genau, ob und von wem welche Kommentare dazu abgegeben werden. Wenn möglich, eröffnen Sie einen Dialog. Es mag sein, dass das, was Sie sagen wollen bereits schon von anderen gesagt wurde – aber von Ihnen noch nicht! Also betreiben Sie etwas Selbstmarketing durch Wiederholungen – das Plagiat ist die beste Form der Anerkennung, aber Vorsicht: nicht übertreiben!

Übrigens, sich in Bewerberdatenbanken (z.B. auf Xing oder LinkedIn) gegen Gebühr eintragen zu lassen, sollte man sich gut überlegen. Wenn Sie sonst kein interessantes Profil im Netz haben, wird auch das nicht viel nützen.

Werden Sie aktiv und bewerben Sie sich blind

Bei der sogenannten Blindbewerbung hatten Sie zuvor noch überhaupt keinen Kontakt zum potenziellen Arbeitgeber. Sie versenden Ihre Bewerbungsunterlagen also – sprichwörtlich – blind. Eine Kurzbewerbung, die nur aus einem Anschreiben und einem Lebenslauf besteht, reicht da oft schon aus. Findet dies ein Arbeitgeber interessant, wird dieser Sie zur Einsendung Ihrer vollständigen Bewerbungsunterlagen auffordern – und Sie bekommen ein erstes Feedback! Im Bewerbungsschreiben sollten Sie aber Gründe nennen, warum man Sie einladen sollte und welchen Nutzen Sie stiften würden! (Bedenke AIDA)

Im Falle einer sogenannten Initiativbewerbung kennen Sie zumindest schon einmal einen Ansprechpartner im Unternehmen, etwa, weil Sie Kontakt über das Internet hatten oder sich auf einer Jobmesse kennengelernt haben. Der Vorteil hier: Sie können die Bewerbung persönlicher und zielgerichteter aufbauen und erhöhen so noch einmal Ihre Chancen. Aber auch hier sollten Sie den Bezug zu aktuellen Entwicklungen bei diesem Unternehmen oder auf die Relevanz Ihrer Bewerbung nehmen.

Wie wär`s mit Empfehlungsmarketing?

Denken Sie bei jedem Stellenwechsel oder als Freiberufler daran, sich ein Empfehlungsschreiben von Ihrem Arbeit-, Auftraggeber ausstellen zu lassen. Dies kann Ihnen beim Knüpfen von Kontakten ebenfalls starke Wirkung bekommen. Wenn Sie einen positiven Eindruck bei Ihrem Ex-Arbeitgeber hinterlassen haben, kann dieser Sie unter Umständen auch auf freie Stellen in Unternehmen aus der gleichen Branche aufmerksam machen. Bitten Sie eine Person im ehemaligen Unternehmen darum, diese als Referenz nennen zu dürfen und fragen Sie bei der Gelegenheit, ob die Person von Vakanzen weiß. Das geht natürlich nur dort, wo man Sie auch gut in Erinnerung behalten hat…

Grundsätzlich gilt: wer nicht sagt, was er will, muss sich nicht beschweren, wenn er es nicht kriegt!

Beobachten Sie den Arbeitsmarkt

Den Arbeitsmarkt zu beobachten bedeutet, darauf zu achten, welcher Bedarf in welcher Branche oder Region für Ihre Qualifikationen und Kompetenzen zur Verfügung steht. Wird in Ihrer Stadt gerade eine neue Unternehmens-Filiale errichtet? Dann kontaktieren Sie dieses Unternehmen! Auch Standortverlagerungen, Neugründungen oder Startups zu beobachten, kann interessant sein, denn dahinter lässt sich oft wachsender Personalbedarf entdecken. Es kann durchaus Sinn machen, die Medien zu beobachten, ob in gewissen Branchen ein Mangel an Personal oder qualifizierten Fachkräften vorliegt. Verschaffen Sie sich durch die von der Agentur für Arbeit veröffentlichte Fachkräfteengpassanalyse ein objektives Bild. Sie können in diesem Fall ebenso darauf achten, in welchen Regionen es für Unternehmen schwerer ist, geeignete Fachkräfte zu finden und sich dann in den entsprechenden Gebieten bewerben, vorausgesetzt, sie sind auch zu einem Umzug bereit.

Wir von Herbwood & Friends können Ihnen dabei helfen, sich selbst besser zu vermarkten. Buchen Sie dazu einen unserer  Workshops oder ein Coaching.

-Machen Sie doch, was SIE wollen-

Viele Grüße und bis bald

Ihr Dieter Krautwald

Herbwood & Friends

Coaching

viel Türen-die Qual der Wahl

Was ist eine erfolgreiche Karriere? Fragen Sie mehrere Personen diese Frage und Sie erhalten viele verschiedene Antworten. Die Perspektiven der Menschen auf Karrieren unterscheiden sich beispielsweise so, wie lange man idealerweise im gleichen Berufsfeld bleiben würde oder welche Richtung sich die Karriere entwickeln sollte. Dies wird einen großen Einfluss darauf haben, welche Kompetenzen man entwickelt, was man engagiert findet und unter welchen Umständen die Leistung am höchsten ist.

Vielleicht kennen Sie die Situation. Sie befinden sich in einem Vorstellungsgespräch, sie haben sich gut vorbereitet und die Stimmung war auch positiv. Just fragt Sie der Personalverantwortliche, wo Sie sich in fünf Jahren sehen. Womöglich haben Sie auch für diese Frage eine Antwort parat, beispielsweise könnten Sie eine hierarchisch besser gestellte Position anstreben. Das kann heißen, in Zukunft nicht als Projektmitarbeiter, sondern als Projektleiter arbeiten zu wollen. Doch ist das wirklich Ihre persönliche Karriereplanung oder haben Sie nur aufgesagt, was man vielleicht von Ihnen erwartet?

Unternehmensvertreter, die einen hierarchischen Aufstieg von Ihnen erwarten, haben meist auch eine Unternehmenskultur mit Aufstiegsorientierung. Dennoch muss solch eine Art von Unternehmenskultur nicht zwangsläufig zu Ihnen persönlich passen.

Machen Sie doch, was SIE wollen!

Welche Motive und Muster verfolgen Sie in Ihrer beruflichen Laufbahn? Welche Art von Unternehmen ist für Sie geeignet? Wie können Sie die Karriere machen, die für Sie persönlich am besten ist?

Finden Sie heraus, welche Karrierestrategie Sie verfolgen

Aus Ihrem bisherigen beruflichen Werdegang können Sie ableiten, welches typische Karrieremotiv Sie verfolgen. Das Motiv beinhaltet sowohl die Richtung Ihrer Karriere, das heißt eine Aufwärts- und Seitwärtsbewegung innerhalb eines Unternehmens. Es schließt eine Dauer mit ein, bzw. die Verweildauer auf einer bestimmten beruflichen Position als auch die Orientierung hin oder weg von fachlichen Inhalte und Ihrer Expertise, für die Sie ausgebildet sind.

Das Expert Karriere Konzept ist die stabilste und historisch dominierende Sicht auf eine erfolgreiche Karriere als lebenslanges Engagement für einen Beruf, mit dem man sich identifiziert. Erfolg bedeutet, der Beste auf einem Fachgebiet zu sein. Außerdem strebt der Expert-Typ nach Sicherheit.

Das Lineare Karriere Konzept konzentriert sich stattdessen auf eine rasche Bewegung nach oben auf der „Corporate Leiter“. Der Erfolg wird in der Ebene gemessen, die man erreicht hat, was in Verantwortung, Macht und Einfluss umgemünzt werden kann.

Dahingegen ist das Spirale-Karriere-Konzept eine weniger traditionelle Sicht. Hier wird der Erfolg durch periodische seitliche Veränderungen der Berufsfelder wahrgenommen (ca. alle 5 Jahre). Karriere bedeutet hierbei häufige Möglichkeiten, die Kompetenzbasis zu erweitern und neue Erfahrungen zu sammeln.

Am wenigsten konventionell und sehr an Veränderung orientiert, ist das transitorische Karrierekonzept. Es wird teilweise von HR-Mitarbeitern missverstanden und abgelehnt. Je selbstbestimmter und abwechslungsreicher die Tätigkeit, umso besser.

Die Karrieremuster, die sich aus diesem Modell von Decision Dynamics ergeben, sind Idealtypen. Oftmals werden Sie beispielsweise den Expert-Typen als auch den Spiraltypen in sich wieder erkennen. Wichtig für Sie ist, dass Sie sich bewusst machen, in welchem Zusammenhang diese Typen bei Ihnen stehen. So kann es sein, dass Sie eigentlich lieber die Position des Projektmitarbeiters bevorzugen, anstelle des Projektleiters. Sie wollen vielleicht gerne im Team arbeiten und sich nicht zu weit von Ihrem Fachbereich entfernen. Denn wenn Sie „die Leiter“ aufsteigen, kommt es vor, dass Sie nach und nach den Bezug zu den fachlichen Inhalten des Projekts verlieren. Machen Sie dann besser im Interview deutlich, dass Sie lieber eine Seitwärtsbewegung zu einer anderen Position (Spiraler Typ) machen möchten auf Ihrem Fachgebiet (Expert-Typ), anstatt hierarchisch aufzusteigen.

Ermitteln Sie, für welche Art von Organisation Ihre Karriereplanung aufgeht

Wenn Sie Ihren Lebenslauf nochmals betrachtet haben und Ihr Karrieremuster beschreiben können, bleibt es zu überlegen, welche Unternehmenskultur zu Ihnen passen könnte.

Als vorwiegender Expert-Typ ist für Sie womöglich eine Unternehmenskultur geeignet, deren Strategie auf Stabilisierung beruht und deren Aufbauorganisation einer flachen Pyramide ähnelt. Qualität und technische Expertise werden dort besonders stark hervorgehoben. Anerkennung und technische Trainingsmaßnahmen wirken hierbei motivierend.

Lineare-Unternehmen setzen auf Wachstum, steile Hierarchien, Profit und Führungsqualität. Durch Beförderungen und Management-Anreize werden die Mitarbeiter in solchen Unternehmen angetrieben. Damit verbunden ist oft starker Wettbewerbsdruck, eine besondere Unternehmenskultur und potentiell schneller Einkommenszuwachs. Gleichzeitig werden Sie dort aber auch weniger Sicherheit empfinden. Problem: auch bei einem Unternehmenswechsel kommen Sie nur noch schlecht aus dieser „Rolle“ heraus.

Unternehmen, die für spirale Karrieretypen prädestiniert sind, sind häufig als Matrix organisiert.  Ihre Strategie ist auf Erneuerung ausgerichtet . Gefordert werden in dieser Unternehmensform Kreativität und Kompetenzvielfalt durch Job-Rotation (Jobwechsel) sowie Aus- und Weiterbildungen. Eine solche Aufbauorganisation verlangt von den Mitarbeitern mehr Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Oft werden hier auch interessante Entwicklungsmöglichkeiten offeriert. Nicht selten ist der Zusammenhalt der Mitarbeiter größer als in anderen Organsiationen.

Aufbauorganisatorisch sind Transitory-Unternehmen als temporäre Teams zu verstehen. Die Unternehmensstrategie ist auf Möglichkeiten ausgerichtet. Schnelligkeit und Anpassungsfähigkeit sind hierbei oberste Priorität. Leistungsanreize schaffen indessen Unabhängigkeit und Gehaltsboni. Hier können Sie sich besonders wohlfühlen, wenn Sie ständig neue Herausforderungen suchen. Ebenso kann es hierin inspirierend sein, die Inhalte Ihrer Arbeit auszutauschen, auch in Netzwerken.

In der Realität wird es bei dieser Typologie von Unternehmenskulturen Mischtypen geben. Bevor Sie sich auf eine Stelle bewerben, sollten Sie zuerst die entsprechende Unternehmenskultur analysieren:

Nehmen Sie dabei die Stellenanzeige, die Sie anspricht, genau unter die Lupe. Diese kann bereits einen ersten Hinweis auf hierarchische Strukturen geben. Werden Sie mit „Du“ oder „Sie“ angesprochen? Wird Wert auf flache Hierarchien und schneller Übernahme von Verantwortung gelegt oder wird von Aufstiegsmöglichkeiten gesprochen? Rückt Teamwork und Projektarbeit in den Vordergrund?

Ebenso kann auch die Homepage des Unternehmens Aufschluss über dessen Kultur geben. Wenn auf der Website häufig die Rede von Qualität und Fachexperten die Rede ist, ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich um ein Expert-Unternehmen handelt. Wenn ein Unternehmen ständig Neuerungen und Fortschritt (z.B. im Bereich der Digitalisierung) postuliert, kann es sich um ein Spiral-Unternehmen handeln.

Wirken Sie im Vorstellungsgespräch authentisch

Wenn Sie nun ein besseres Gespür dafür haben, inwiefern Sie mit Ihrem Karrieremuster zu einer bestimmten Unternehmenskultur passen, können Sie auch authentischer im Vorstellungsgespräch auftreten. Denn Ihr Werdegang wird eher zum Wunschunternehmen passen. Zusätzlich werden Fragen zu Ihrem Lebenslauf oder zur weiteren Karriereplanung weniger verfänglich sein.

Somit berichtet ein Spiral-Typ über seinen Werdegang anders als ein Linear-Typ. Der Spiraltyp wird eher davon erzählen, dass er Jobwechsel als Erweiterung seines Wissensspektrums sieht und in kreativer Teamarbeit die meisten beruflichen Fortschritte gemacht hat. Der Linear-Typ bewirbt sich beispielsweise auf eine Teamleiterposition und wird gewisse Führungsqualitäten sowie Projekte mit viel Verantwortung in den Vordergrund stellen.

Nicht immer ist es eindeutig, ob Sie sich auch auf passende Unternehmen bewerben. Daher ist es vorteilhaft, sich gezielt Fragen für das Vorstellungsgespräch über die Unternehmenskultur zu überlegen. Dabei kann es sich um die Bedeutung von Aufstiegschancen und Übernahme von Verantwortung, Jobwechsel und Teamarbeit handeln.

Im Verlaufe eines individuellen Karrierecoachings können Sie ermitteln, welcher Karrieretyp Sie sind und welche Art von Unternehmenskultur zu Ihnen passt.
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Coaching

 

 

 

Blogpicture 7 Tipps

Wenn Personaler Bewerbungen sichten, müssen diese spontan beurteilen können, ob der Bewerber zur Stelle und zum Unternehmen passt, der erste Eindruck ist also entscheidend! Daher sollte im Lebenslauf möglichst auf den ersten Blick ersichtlich sein, dass Sie aufgrund Ihrer Fähigkeiten und Ihres Werdeganges die richtige Person für den Job sind. Damit Ihre Bewerbung in Zukunft nicht mehr zur Seite gelegt wird, gebe ich Ihnen 7 wertvolle Tipps an die Hand, die Ihnen Türen zu einem Vorstellungsgespräch öffnen können.

1. Passen Sie Ihren Lebenslauf den Stellenanforderungen entsprechend an

Zwei Drittel aller Personalchefs bevorzugen Lebensläufe, die inhaltlich auf Ihr Stellenangebot zugeschnitten sind. Um mehr Schnittmengen zur vakanten Stelle zu generieren, ist es daher ratsam, Inhalte zu kürzen oder zu streichen, die für das Jobangebot irrelevant sind. Damit Sie herausfinden, welche Inhalte tatsächlich wichtig sind, eignet es sich, einen Schlagwortgenerator durch die Jobbeschreibung des Arbeitgebers laufen zu lassen. Auf diese Weise erhalten Sie einen Überblick über häufig verwendete Wörter und können diese in Ihren Lebenslauf einbauen, um das Matchingpotential zu erhöhen.

2. Lassen Sie dem Recruiter den Überblick bewahren

Vermeiden Sie aufgeblähte Lebensläufe, in denen man zuerst Ihre Lebensgeschichte lesen muss, bevor man überhaupt erfährt, weshalb Sie die geeignete Person für den Job sind. Denn Personalverantwortliche prüfen Ihre Bewerbung durchschnittlich sechs Sekunden. Kürzen Sie daher Ihren Lebenslauf auf eine bis maximal zwei Seiten. Indessen sollten Sie die Chronologie Ihrer Lebensstationen mit den aktuellsten Ereignissen beginnen. Stellen Sie sich vor, dass der Leser – wie Google – auf Keywords achtet, also die Relevanz Ihrer Bewerbung prüfen möchte. Gehen Sie deshalb wenn möglich in der Beschreibung Ihrer Tätigkeiten auf erfolgreiche Erfahrungen mit den in der Stellenbeschreibung genannten Aufgaben ein.

3. Setzten Sie Ihre persönlichen Angaben und Ihr Foto richtig ein

Die meisten Recruiter lesen zuerst Ihre persönlichen Angaben. Aufgrund dessen ist es besser, Sie schreiben Ihren Namen, Ihre Kontaktdaten und Zusatzinformationen in die Kopfleiste oder in den ersten zwei Zeilen Ihres Lebenslaufs. Direkt neben oder unter Ihrem Foto sollten Sie die 5 wichtigsten Kernkompentenzen oder Qualifikationen benennen. Meine Empfehlung zu dem Foto ist: professionell erstellt oder gar nicht! Wenn Sie sich als Modell bewerben, können Sie ein Deckblatt mit Foto verwenden – sonst nicht! Sie wollen ja wegen Ihrer Qualifikationen eingeladen werden und nicht wegen Ihres Aussehens. Und ganz wichtig: es muss aktuell sein; gehen Sie später zum Interview am besten im selben Stil gekleidet, wie auf dem Foto. Wenn nicht, könnte dies zu ersten Irritationen führen.

4. Verweisen Sie in Ihrem Lebenslauf auf Ihre Social Media Profile

Wenn Sie über ein Social Media Profil wie Xing, LinkedIn oder Twitter verfügen, kann es Sinn machen, eine Verlinkung zu den entsprechenden Profilen in Ihren Lebenslauf einzubinden, aber nur, wenn dieses Profil auch gepflegt wurde! Wenn Sie z. B. auf Ihrem Xing-Profil nochmal auflisten, was sie bieten und was sie suchen, bekommt der Personaler einen besseren Überblick darüber, ob es sich um eine interessante Bewerbung handelt. Unter anderem bei Xing können Sie Arbeitsreferenzen in Form von Texten, Bildern, Videos und PDF-Dokumenten unter der Kategorie Portfolio einpflegen. Zusätzlich können Sie durch Empfehlungen punkten, die Ihre im Lebenslauf dargestellten Qualifikationen unterstützen. Über LinkedIn können hierbei ehemalige Kollegen, Geschäftspartner, Dienstleister oder Kommilitonen durch einen Kommentar Ihre erfolgreich geleistete Arbeit bekräftigen. Wichtig ist, dass die Informationen auf unterschiedlichen Webseiten übereinstimmen sollten – also konsistent sind. Und prüfen Sie, ob der Verweis auf Ihr Facebook-Profil im beruflichen Kontext wirklich zu empfehlen ist, wenn nicht, lassen sie den Link weg!

5. Listen Sie Ihre Erfahrungen anschaulich auf

Ihr Lebenslauf bekommt mehr Aufmerksamkeit von Personalverantwortlichen, wenn Sie Ihre Erfahrungen anschaulich auflisten. Das tun Sie, indem Sie erklären, was sie in welcher Situation getan haben, um zu einem bestimmten Ergebnis zu gelangen. Das kann bedeuten, Sie belegen Ihre Erfolge mit Zahlen, beispielsweise bei Umsatzsteigerungen. Zudem sollten sie auch darstellen, was sie bisher auch qualitativ erreicht haben.

Des Weiteren sollten Sie nicht mehr als fünf bis sechs Aufzählungspunkte pro Berufstätigkeit auflisten, da Personaler Ihren Lebenslauf sonst nicht mehr aufmerksam lesen werden. Vermeiden Sie aus diesem Grund auch unnötige Wiederholungen.

6. Überprüfen Sie Dokumente, bevor Sie diese abschicken

Auch wenn es selbstverständlich sein sollte: Insbesondere bei Initiativbewerbungen, die auf Online-Plattformen stattfinden, fügen knapp die Hälfte aller Jobsuchenden der Bewerbung kein Anschreiben bei. Dennoch erwarten 40 % aller Recruiter, dass sich der Bewerber in jedem Fall über ein zusätzliches Anschreiben präsentiert. Die Motivation und die Selbstvermarktungsqualitäten des Bewerbers werden damit erkennbar!

(hierzu erfahren Sie mehr in einem der folgenden Artikel)

Prüfen Sie zudem Ihr Anschreiben und Ihren Lebenslauf unbedingt nochmals auf Grammatik- und Rechtschreibfehler, bevor Sie Ihre Unterlagen absenden. Denn bereits ein geringfügiger Fehler, kann unter Umständen den positiven Eindruck, den Sie durch Ihre Inhalte hinterlassen haben, wieder in ein schlechtes Licht rücken. Um die Texte auf Grammatik- und Rechtschreibfehler zu überprüfen, eignen sich Open Source Tools wie https://languagetool.org oder rechtschreibpruefung24.de.

7. Vergewissern Sie sich, dass der Adressat ihre Unterlagen formgerecht erhält

Laut einer Umfrage bevorzugen die eine Hälfte der Personalverantwortlichen Unterlagen, die im pdf. Format versendet wurden und die andere Hälfte bevorzugt das docx. Format. Ich rate Ihnen jedoch zum pdf-Format. Und achten Sie darauf, dass die Dateigröße nicht zu groß wird, besser ist es, die Zeugnisse in einem pdf (mit derselben Auflösung und chronolgisch) zusammenzufassen. Bei Bewerbungen per Email schreiben Sie Ihren Text direkt in die Mail (und in Kopie als pdf). Vermeiden Sie solche Aufforderungen wie z.B, „ in der Anlage finden sie…“! Machen Sie Ihre Bewerbung unbedingt persönlich, verwenden Sie als Anrede, wenn möglich, den Namen des Ansprechpartners. Denn 84 % der Jobsuchenden beachten diese Höflichkeitsform nicht. E-Mail Postfächer von Personalverantwortlichen sind schnell überlaufen, wobei einzelne E-Mails schnell übersehen werden können. In diesem Fall ist es von Vorteil, mit dem Tool Mixmax zu kontrollieren, ob die E-Mail bereits geöffnet wurde. Falls Ihre Nachricht nicht gelesen wurde, können Sie deshalb noch einmal nachfragen, ob Ihre Mail eingegangen ist.

Falls Sie mehr darüber erfahren wollen, wie Sie durch Ihren Lebenslauf von der Masse herausragen und einen positiven Eindruck hinterlassen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
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Viele Grüße und bis bald

Ihr Dieter Krautwald

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